Name um Name

30. September 2011

Bei der Lektüre des letzten Romans von José Saramago (dazu demnächst mehr) habe ich mir überlegt, dass es trotz der allgemeinen zeitlosen Begeisterung für biblische Vornamen doch einige gibt, denen die Joels, Rahels und Noahs in ihren Waldkindergärten selten begegnen. Zum Beispiel Kain: Nicht sehr beliebt bei Eltern, die noch weitere Kinder bekommen (und behalten) wollen (“Kain” aus dem alten Leipziger Tatort war bestimmt ein Spitz- oder Nachname, wer weiß das schon). Aber nicht nur Täternamen sind unbeliebt: Oder kennen Sie einen kleinen Abel? “Hey, Abel, Du Opfer!” Dabei war seinerzeit die Sache mit den Opfern ja viel komplexer, man denke nur an Isaak (der hat ja überlebt und taugt somit auch als Vorname). Gerne würde man auf dem Spielplatz mal einen kleinen Hiob fragen, wie er sich seine Zukunft so vorstellt. Den kleinen Lot, warum er so hübsche Figuren aus Sand und Salz bauen kann. Den kleinen Judas, wer den Ball durchs Fenster geschossen hat. Oder den kleinen Onan, was er so – obwohl, nein, nicht auf dem Spielplatz.

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2 Kommentare zu Name um Name

  1. Konrad on 27. Oktober 2011 at 21:05

    Philipp, hat diese Namenskritik was mit mir zu tun?

    • PH on 28. Oktober 2011 at 01:45

      Aber nein! Und nochmal, weil man mir gelegentlich Ironie unterstellt: Wirklich, nein! Es steht Dir natürlich frei, Dich bei der Wahl des nächsten Kindsnamens inspirieren zu lassen.

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