Arbeitsminister schockiert: Viele Praktikanten werden nicht bezahlt

24. März 2008

Es ist bedauerlich, dass wohl nie bekannt werden wird, wie viele flei√üige, unbezahlte Praktikanten alleine an dieser h√ľbschen kleinen Studie f√ľr Minister Scholz mitgearbeitet haben. Eine Studie, die den Minister landl√§ufig l√§ngst bekannte Tatsachen pl√∂tzlich entdecken l√§sst und ihn zu engagierten Appellen motiviert, ohne freilich konkrete Vorschl√§ge liefern zu k√∂nnen: “Eine Studie zeigt: Es besteht Handlungsbedarf”. Was sagt uns das? Dass der Arbeitskreis, der gegr√ľndet wurde, als man nicht mehr weiter wusste, keine L√∂sung gefunden hat, und deshalb eine Studie in Auftrag gegeben hat?

Es solle “besser verhindert werden, dass junge Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung unentgeltliche Praktika absolvieren”. Entweder wird etwas verhindert oder nicht. “Besser verhindern” hei√üt allenfalls “erschweren”, soll aber engagierter klingen. Ernsthafte Politik sollte solche Formulierungen besser vermeiden. Die Erkl√§rung enth√§lt alles was w√ľnschenswert ist, wunderbar. Aber stets in sch√∂n schwammig formulierten Absichtserkl√§rungen, so dass sofort deutlich wird: Im Grunde hat die Politik gar nicht die Mittel (jedenfalls nicht ohne wirklichen Willen und ehrliche Bem√ľhungen), etwas am System Praktikum zu √§ndern.

Mit am sichersten findet man Praktika, die “bedauerlicherweise leider nicht verg√ľtet werden k√∂nnen” √ľbrigens in allen Institutionen, die in irgendeiner Weise von der √∂ffentlichen Hand finanziert werden. Zum Beispiel im Bundesarbeitsministerium.

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