Selbstreferenz

16. Februar 2011

Immer wenn auf formlose Anfragen in der Korrespondenz mit Archiven eine offizielle Mail mit Briefkopf und Aktenzeichen zurückkommt, sehe ich mich selbst umgehend zu Archivgut werden: Akte auf, Aktendeckel zu und in dreißig Jahren für die Forschung freigegeben. Oder “kassiert”, zu deutsch: weggeschmissen da als nicht archivwürdig befunden. Was aber wird dann aus dem Forschungsthema “Recherche-Anfragen von Nachwuchshistorikern im frühen 21. Jahrhundert”?

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5 Kommentare zu Selbstreferenz

  1. Julian on 16. Februar 2011 at 19:54

    Na, mir ist eine Behörde bekannt, die unter dem Aktenzeichen für “Bürgeranfragen” abgelegte Vorgänge nach drei Jahren weglegt (nix Archiv). Für das genannte Forschungsgebiet wird man wegen magerer Quellenlage also möglicherweise umfangreiche Finanzierungslinien beantragen müssen.

  2. PH on 16. Februar 2011 at 22:24

    Es ist sicher eine Behörde, die für Euphemismen (“weglegen”) und Volksberuhigung (“eine Gefahr hat zu keinem Zeitpunkt bestanden”) bekannt ist, kurz: Das Bundesministerium für Unwissen, Betreiberschutz und Vertragssicherheit.

    Dein nQ

  3. Julian on 17. Februar 2011 at 18:17

    Naja, dass das “weglegen” ein im Registraturwesen offenbar gängiger Begriff ist, hatten wir ja schon diskutiert. Andererseits kann man für nQ Sonderfristen verfügen, so dass die Vg dann nicht mehr weggelegt werden und für die spätere Forschung zur Verfügung stehen. Wenn du das erreichen willst … hast du noch einen gewissen Weg vor dir.

  4. PH on 12. Juli 2011 at 16:22

    Es geht weiter. Bei den Archives départementales de la Côte-d’Or bin ich nun Vorgang “N/réf : GL/JC-2011 n° 1243″.

  5. Julian on 13. Juli 2011 at 18:48

    Na dann herzlichen Glückwunsch. Ich nehme an, du hast sofort eine “Wv 10 J.” verfügt, um zu kontrollieren, ob der Laden auch korrekt archiviert?

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