Marketing-Trick: Telekom beklagt Verbindungsqualität

29. Oktober 2010

Normalerweise ruft man (als Telekomkunde) bei der Telekom an, um sich über die langsame Internetverbindung zu beschweren. Neuerdings ruft die Telekom beim Kunden an, um diesem eine Beschwerde einzureden: “Sie haben häufiger Verbindungsprobleme, nicht wahr?” – “Nein, nicht wirklich” – “Sie sagen ‘nicht wirklich’, also aufgefallen ist es Ihnen schon?” – “Nein” – “Zahlreiche Ihrer Nachbarn haben sich über zu langsame Verbindungen beklagt” – “Aha, bei uns ist alles in Ordnung”. Hintergrund des Anrufes sei, dass die Kupferleitungen in meiner überlastet seien (“da haben Sie dann irgendwann gar keine Verbindung mehr”) und man deshalb ganz dringend zu eienm Glasfaser-Anschluss wechseln solle.

Ich verlange nach Klartext: “Ein neuer Tarif also?” – “Ja, Geschwindigkeit 25000 und Sie bräuchten ein neues DSL-Modem, das können Sie bei uns mieten mit lebenslanger Garantie”. Klingt ja toll. Meine Antwort weniger: “…und mit lebenslanger Mietzahlung!” – “Ja Sie können es natürlich auch kaufen, 199€”. Ich erwähne, dass uns vor wenigen Monaten eine schnellere Verbindung (obwohl wir schon damals keine Probleme hatten) angedreht wurde, angeblich zum gleichen Preis und ohne Nachteile, mit dem Effekt, dass nach der Umstellung gar nichts mehr funktionierte weil auch dafür ein neues DSL-Modem nötig war. Hatte der Kollege leider vergessen zu erwähnen. Aus Kulanzgründen versprach der Herr im T-Punkt eine Rechnungsgutschrift. Haben die Kollegen leider vergessen zu erledigen. Also: Nein Danke, nicht schon wieder ein tolles Angebot der Telekom… “Gut, vielen Dank, auch wenn es heute nicht geklappt hat, waren Sie mit dem Gesprächsverlauf zufrieden?”

Perfide: Der Anruf klingt zunächst ernsthaft besorgt und durch die angeblichen Probleme in der Nachbarschaft ist man versucht zu glauben, es handele sich um ein lokales Problem. Letztlich kaum glaubwürdig. Würde mich interessieren, ob jemand ähnliche Anrufe bekommen hat. Und um den naheliegendsten Kommentar vorwegzunehmen: Ja, selbst schuld, immer noch Telekom-Kunde zu sein.

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Ein Kommentar zu Marketing-Trick: Telekom beklagt Verbindungsqualität

  1. Burkart on 29. Oktober 2010 at 13:07

    Oja, vor ein paar Monaten bekam ich auch einen freundlichen Anruf und die Frage, ob ich nicht an einem “stabileren Internetzugang” interessiert sei. Wo denn überhaupt der Unterschied zwischen stabilem und instabilem Internet läge, konnte mir der Herr aus dem Callcenter leider nicht beantworten. Soweit sogut, nur wenn man bedenkt, daß technisch und/oder betriebswirtschaftlich weniger bewanderte Mitbewohner und Mitmenschen da weniger kritisch sind, kann man sich schon über einen so aufgeschatzten, brandneuen 24-Monats-Vertrag ärgern.

    Was die Sache mit der Glasfaser angeht, wird es dann erst recht perfide. Dir sollte ja VDSL verkauft werden, aber da bei Euch mit Sicherheit keine Glasfaser aus der Wand kommt, läuft auch diese Verbindung bis zum Verteilerkasten über Kupferkabel. Und ob die Telekom ab da dann per Glasfaser oder Brieftaube für die bestimmungsgemäße Weiterleitung der Daten sorgt, ist jawohl ihr eigenes Problem als Netzbetreiber.

    A propos, dank Lex Telekom muß sich der rosa Riese beim VDSL-Netz nicht den Regulierungen der Netzagentur unterwerfen, hat also ein De-jure-Monopol. Und das dürfte dann neben einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag auch der wahre Grund sein, warum die Telekom Kunden mit diesen Manipulations-Taktiken zum Umstieg bewegen will.

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