Wer wird Bundespräsident (m/w)?

31. Mai 2010

Deutschland, Deine Sommermärchen: Grand Prix, WM, und dazwischen ein wenig Symbolpolitik auf höchster Ebene. Horst Köhler ist es sehr hoch anzurechnen, dass er heute Lena nachhaltig von der Spitze aller Nachrichten verdrängt hat; für diesen Erfolg gebührt ihm — auch im Namen seiner Frau — großer Respekt.

Sein Rücktritt hat ihm sehr viel schneller und sehr viel mehr Aufmerksamkeit beschert als das umstrittene Interview im Deutschlandfunk. Bemerkenswrt bleibt, dass nicht die zumindest zweifelhaften Äußerungen zur Rechtfertigung deutscher Militäreinsätze als Rücktrittsgrund genannt werden, sondern die Kritik der vergangenen Tage: auch ein Bundespräsident ist institutionell nicht gegen Kritik geschützt, und wer diese übt, verstößt nicht gegen die Verfassung. Wohl aber hat die persönliche Verfassung Köhlers stark unter den Angriffen gelitten.

Erste französische Kommentare ließen nicht lange auf sich warten und fielen aus, wie erwartet: “Warum passiert so etwas bei uns nicht?” — “Démission du Président pour propos controversés… Ça fait rêver.”; “Merde alors, c’est pas chez nous que ça arriverait, des choses pareilles!!”, vgl. www.rue89.com.

Umgehend lautet natürlich die spannende Frage: Wie geht es weiter? Kommt eine Castingshow? Und welche Kandidaten-Kandidaten gibt es? Lena ist zu jung, Raab hoffentlich zu beschäftigt, Löw ebenfalls. Roland Koch hätte Zeit, auch wenn er Probleme hätte, seinen angekündigten Rückzug aus der Politik glaubwürdig für nichtig zu erklären. Andererseits hat Koch sich bislang auch nicht mit Glaubwürdigkeitsbefindlichkeiten aufgehalten. Wobei, aus “Respekt vor dem Amt”…? Vielleicht sehen die Pläne hier sowieso ganz anders aus: Unternehmensberatung Köhler&Koch, Berlin/Frankfurt/New York?

Wer bleibt? Schäuble ist wohl gesundheitlich zu angeschlagen – obwohl: Bundespräsident ist gerade momentan sicher weniger anstrengend als Finanzminister. Oettinger und Stoiber sind – zum Glück – erfolgreich nach Brüssel abgeschoben und dort sicher unersetzlich!

Es gäbe aber eine Persönlichkeit, die unbedingte Integrität, Glaubwürdigkeit und Seriosität ausdrückt, die — auch dank entgegengesetzten Verhaltens von Bischof Mixa & Co. — in der Bevölkerung ungebrochenes Ansehen genießt: Margot Käßmann. Als Bundespräsidentin hätte sie auch endlich einen Dienstwagen mit Fahrer: bei Empfängen in Bellevue müsste es dann nicht bei einem Glas Wein bleiben.

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Ein Kommentar zu Wer wird Bundespräsident (m/w)?

  1. jw on 1. Juni 2010 at 10:25

    gut, dass wieder mehr in der politik passiert, dann gibts hier auch wieder mehr einträge ;-)
    gruß aus fr

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