Elementarfehlerchen

25. Februar 2012

Liebe Freundinnen, Freunde und Bekannte aus der Physik und angrenzenden Wissenschaften: Ich freue mich schon auf zukünftige Diskussionen zum bislang immer von Euch mit süffisanter Arroganz behandelten Thema „exakte Wissenschaften“ vs. „Laberfächer“. Wie wäre es mit einem interdisziplinären Kolloquium, Arbeitstitel: „Wackelkontakte im postmodernen Jetzt. Zur Hermeneutik der Relativitätstheorie“; Tagungsort: Genf?

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2 Kommentare zu Elementarfehlerchen

  1. Julian on 27. Februar 2012 at 21:41

    Hallo Philipp,

    vermutlich soll ich mich hier angesprochen fühlen.

    Sachlich könnte man argumentieren, dass die Physiker et al hier ihr eigenes Ergebnis hinreichend hinterfragt haben und offenbar auch einen möglichen Fehler haben aufdecken können. Dennoch haben sie das unerwartete Ergebnis nicht von vornherein außer Erwägung gelassen.

    Aber wen interessiert schon Sachlichkeit, wenn Polemik viel näher liegt: Man könnte sich zum Beispiel fragen, ob es nicht andere Bereiche gibt, in denen ein Durchgangsprüfer [mit dem man einen Wackelkontakt finden könnte, d. Verf.] systemimmanent nicht zur Verfügung stehen kann.

    Um dir auch ebenbürtig zu entgegnen: Auf die von dir genannten Diskussionen freue ich mich auch. Ich rege an, zum Kolloquium ein Impulsreferat zum Thema “Als ich meinen letzten Wackelkontakt fand” vorzubereiten.

    Zusammenfassend: Eine Gefahr für die Wissenschaft hat zu keinem Zeitpunkt bestanden.

    Ist sich sicher, dein Julian

  2. PH on 28. Februar 2012 at 00:13

    Hier wird selten jemand persönlich angesprochen. Und wenn, ist es schon eine ganz besondere Ehre ;)

    Ob man es glaubt oder nicht: Auch Geisteswissenschaftler haben Forschungsmethoden und wenn diese nicht plausibel sind, lassen sich „Wackelkontakte“ aufzeigen. „Durchgangsprüfer“ gibt es dafür nicht, aber akademische Auseinandersetzung durch Kritik. Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass manche Wissenschaften die Möglichkeit haben, durch die Veränderung einzelner Parameter ihre Ergebnisse zu prüfen, andere nicht: Geschichte lässt sich schwerlich mit variierter Versuchsanordnung gegenprüfen – höchstens mit Hilfe von von Konrad Kujau in Kooperation mit dem Stern.

    Ärgerlich ist allerdings, wenn die einen den anderen mangelnde Wissenschaftlichkeit unterstellen oder sich ihnen überlegen fühlen, während es doch allein die unterschiedlichen Forschungsobjekte sind, die unterschiedliche Herangehensweisen erfordern. Dabei einzig das „experimentelle“ als „wissenschaftlich“ anzusehen, wäre doch sehr kurzsichtig. Aber wir sollten durch die bereits sehr grundsätzliche Diskussion dem gemeinsamen Kolloquium nicht vorgreifen…

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