Rechts-Links-Schwäche

3. Februar 2012

Die medienbekannte Geschichtsexpertin Erika Steinbach hat sich an eine Neubewertung der NSDAP gewagt und diese als “linke Partei” analysiert. Beobachter warten nun auf ihre Einschätzung zum sogenannten rechten Terror der NSU (Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe & Co.); es wird erwartet, dass Frau Steinbach auch hier eine Korrektur der bisherigen Berichterstattung vorschlagen wird: “Opfer der Terroristen waren Unternehmer, folglich Arbeitgeber, Angehörige der besitzenden Klasse, sowie eine Polizistin, also eine Repräsentantin des als repressiv angesehenen Staatswesens”, soll es in einem ersten Entwurf heißen. Folglich, so die BdV-Präsidentin in gewohnter analytischer Schärfe, handele es sich bei der NSU um eine klar linksextreme Terrorgruppe. Schließlich habe bereits die RAF vor allem Arbeitgeber und Repräsentanten des Staates im Visier gehabt. Das müsse man ja mal sagen dürfen und nun freue sie sich auf die ganzen RAF-Sympathisanten, die “aus ihren Löchern kommen”.

Aus gegebenem Anlass der durchschnittlichen Intelligenz von Steinbach-Anhängern scheint hier der folgende Hinweis angebracht: Hier endet die satirische Darstellung. Weiter mit Ernst.

Man kann sich natürlich fragen, ob die zunehmende “Dummheit in 140 Zeichen” überhaupt der Rede, ob die Erika Steinbach überhaupt einen Eintrag wert ist. Leider nimmt die, zumal im Internet verbreitete, Dummheit durch Ignorieren nicht ab. Man könnte auch etwas viel bedeutsameres fragen: Wie hält es denn eigentlich das BfV mit dem BdV? Wird der Bund der Vertriebenen vom Verfassungsschutz überwacht? Hier würden ja tatsächlich – siehe Steinbachs mediale Ausfälle – eine Beschränkung auf die berühmten “öffentlich zugänglichen Quellen” ausreichen, um das von der Vertriebenenvereinigung ausgehende geistige Gefahrenpotenzial neu zu bewerten. Ganz zu schweigen von dieser dubiosen Vereinigung, die Frau Steinbach seit 1990 in den Deutschen Bundestag entsendet. Dort ist sie übrigens menschenrechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion – man kann es einfach nicht oft genug wiederholen, so absurd ist es. Und definitiv keine Satire.

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